EMPFANG BEIM MINISTERPRÄSIDENTEN:
Dr. Heinz Ofcsarik aus Geltow für Engagement geehrt
Da sitzt er vor mir, schmal und sportlich, mit funkelnden Augen hinter den Brillengläsern und hellwachem Verstand. Geboren vor 87 Jahren, unglaublich. Heinz Ofcsarik – eine Geltower Legende. Bevor ich meine Fragen stellen kann, beginnt er zu erzählen und hat auch schon einen Zettel mit den Eckdaten vorbereitet, die ich eigentlich erfragen wollte. Hier ist die Kunst des Zuhörens gefragt, denn zu jedem Ereignis sprudeln redundante
Nebenstränge, wie das bei einem erfüllten Leben unvermeidlich ist.
Anlass meines Gespräches war der Ehrenamtsempfang des Ministerpräsidenten Dietmar Woidke im Dezember des vergangenen Jahres. Zum „Internationalen Tags des Ehrenamtes“ lud er 66 engagierte Frauen und Männer aus Brandenburg in die Potsdamer Staatskanzlei ein. Sie stehen stellvertretend für die 800.000 Menschen, die sich in Brandenburg freiwillig und unentgeltlich engagieren und damit einen wichtigen gesellschaftlichen Rückhalt bilden. Heinz Ofcsarik gehörte zu den Ausgezeichneten, Grund genug für mich, mehr über ihn zu erfahren.
Geboren 1938 in der Slowakei, begann er seine Ausbildung am Institut für Lehrer-bildung in Kyritz. Seit 1959 arbeitete er vorwiegend als Sportlehrer in Geltow An der Pädagogischen Hochschule in Potsdam qualifizierte sich Heinz Ofcsarik zum Diplomlehrer. 1975 promovierte er an der Akademie der pädagogischen Wissenschaften der DDR in Berlin. Dabei, so erinnert er sich, stand vor allem die pädagogische Praxis im Vordergrund, was dadurch unterstrichen wurde, dass viele der Professoren und anderen Lehrkräfte an der Akademie aus dem schulischen Alltag kamen. Anschließend arbeitete er als Dozent am Institut für Lehrerbildung (IfL) der Universität Potsdam
Die meisten Spuren aber hat er in Geltow hinterlassen und ist noch immer für seine Heimatgemeinde tätig. So ist er seit 1993 ununterbrochen Gemeindevertreter und seit 2003 Mitglied des Ortsbeira-tes. Von 2003 bis 2019 war Ofcsarik Gel-tower Ortsvorsteher.
Und auch dem
Havelboten war er zehn Jahre lang als Redaktionsmitglied eng verbunden. In der Sportgemeinschaft Geltow war er nach seiner aktiven Zeit Mannschaftsbetreuer der Fußballer und verfasste die Chronik zum 50-jährigen Jubiläum. Heute wacht er in der Revisionskommission über die Finanzen des Vereins. 1992 war er maßgeblich an der Gründung des Gel-tower Heimatvereins beteiligt, dessen Vorsitzender er bis 2008 war. Aktiv ist er nach wie vor in der Ortsgruppe der Volkssolidarität und als Vorleseopa in der Kita obwohl hier zu seinem Leidwesen die Kontakte etwas eingeschlafen sind.
Bei der Vielzahl der Geschichten aus seinem Leben und den Funktionen, in denen er verantwortlich, voller Initiative, aber auch konsequent mitgewirkt hat und
noch wirkt, reicht der Platz nicht aus, hier alles wiederzugeben.
Der Havelbote wünscht Heinz Ofcsarik Gesundheit und Kraft! Seine blitzenden Augen haben mir verraten, dass er noch lange nicht an einen Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben denkt. Danke, Heinz.
Quelle: Jürgen Schiebert, Der Havelbote, Januar 2026 • 37. Jahrgang • Nr. 01










