Google Tipps
Login
| TOURISMUS: Stress im Erholungsort |
|
|
|
| Freitag, den 30. Juli 2010 um 12:16 Uhr |
|
Bündnis fordert Stopp der Auszeichnung / Bürgermeisterin verurteilt „Wahlkampfmanöver“ aus MAZ vom 30.07.2010 SCHWIELOWSEE - Der Streit um die Aussparung Geltows bei der Verleihung des Titels „anerkannter Erholungsort“ für die Gemeinde Schwielowsee spaltet jetzt – kurz vor dem geplanten Vollzug – die Gemeindepolitik. Der Vorstand des Bürgerbündnisses Schwielowsee (BBS) hat einen offenen Brief an Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) geschrieben, in dem es die Aussetzung des Zertifizierungsverfahrens fordert. Die Sache solle so lange auf Eis gelegt werden, bis die Geltower Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung effektiv ins Werk gesetzt haben. Darüber hinaus fordert das Bürgerbündnis, das die Mehrheit in der Gemeindevertretung stellt, Platzeck auf, die Übergabe der Erholungsorts-Urkunde morgen auf dem Fährfest zu stoppen. Die Auszeichnung, die Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) vornehmen will, sei in der jetzigen Form „unerwünscht“. Hintergrund ist: Der Fachbeirat des Landes hatte empfohlen, nur Caputh und Ferch als Erholungsorte auszuzeichnen, Geltow aber wegen seiner Lage an der stark befahrenen B1 nicht. Für Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) ist der Protest in Geltow völlig unverständlich. Sie wertet die Aktion des BBS als ein Wahlkampfmanöver vor der Bürgermeisterwahl am 24. Oktober. An diesem Tag werden sich Kerstin Hoppe und Roland Büchner (BBS) als Kandidaten für das Bürgermeisteramt gegenüberstehen. „Nicht allein Ferch und Caputh, sondern unsere Gemeinde bekommt die Anerkennung als Erholungsort, kann damit werben, auch wenn in Geltow noch Auflagen zu erfüllen sind“, sagt Hoppe. „Und die Förderung des Landes für die Erholungsorte kommt natürlich auch Geltow zugute – aber nur dann, wenn die Gemeinde den Titel entgegen nimmt. Die Ortsteile gehören zusammen und halten zusammen.“ Auch Werders Bürgermeister Werner Große (CDU) versteht die Aufregung in Geltow nicht. „Werder wurde Erholungsort mit Petzow und Bliesendorf. Die anderen Ortsteile der Stadt haben sich nie darüber beschwert oder sich abgekoppelt gefühlt.“ Werder habe acht Jahre Vorbereitung für den Titel gebraucht. „Wir waren gemeinsam glücklich, dass wir es geschafft haben“, sagt Große. Es wäre völlig falsch, den Titel jetzt aufs Spiel zu setzen. Für das Bürgerbündnis aber ist das selektive Vorgehen des Landes ein „Schlag ins Gesicht der Geltower“, heißt es in dem Brief an den Ministerpräsidenten. Das Bündnis habe von Anfang an Bedenken gegen das „ehrgeizige Projekt der Bürgermeisterin“ gehabt und bestehe auf der Formel: „Anerkennung für alle drei Ortsteile gemeinsam und gleichzeitig“. Die Spaltung würde das Zusammenwachsen der ehemaligen Amtsgemeinden behindern. „Es droht eine Entwicklung, die das friedliche Zusammenwachsen wie ein Spaltpilz zerstören könnte“, schreiben die Autoren des Briefs. Die Versicherung der Jury, Geltow werde vorerst nicht berücksichtigt, fassen Vertreter des Bürgerbündnisses als schlechtes Omen auf. Der Begriff „vorerst“ könne „nach allgemeiner politischer Erfahrung eine Ewigkeit dauern“. CDU-Ortsverbands-Chefin Carola Pauly findet, dass die Diskussion „der Gemeinde und dem Zusammenwachsen mehr schadet, als die vorläufige Ablehnung für Geltow“. Die „Ausgrenzung“ sei „herbeigeredet“. Es gelte Kräfte zu bündeln und Hausaufgaben zu machen. (uw/R. Gr.) |
| Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 30. Juli 2010 um 12:19 Uhr |
Letzte Nachrichten
- „Schwielowsee soll Chance nutzen“
- TOURISMUS: Stress im Erholungsort
- Erholungsorte Caputh und Ferch sollen warten
- Schöner Titel teilt Gemeinde Schwielowsee
- TOURISMUS: Geltower gegen Spaltung
- „Geltower in ihrem Stolz getroffen“
- UMWELT: Geltower fühlen sich abgekoppelt
- Geltow ist noch nicht erholsam
- TOURISMUS: Erholungsort mit Prädikat
- TOURISMUS: Das Wunder von Wildpark-West


