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Oben ist es wie im Baumhaus PDF Drucken E-Mail
Montag, den 26. Oktober 2009 um 17:51 Uhr

Kindertagesstätte in Ferch richtet für Knirpse 40 neue Plätze auf Zeit in Containern ein

aus MAZ vom 20.10.2009 von Regine Greiner

FERCH - Die Kleinen werden gerade angezogen für den Spielplatz im Grünen vor der Kita-Tür. „Das ist oft Schwerstarbeit bis alle auch Mütze und Handschuh tragen“, sagt die langjährige Kita-Leiterin Kathrin Büchler. Bei Lara Michèlle kullern zwei Tränen. Sie ist neu in der Gruppe, aber dann entdeckt sie das Spielhaus. Die junge Mutti Anja Becker ist überglücklich, dass es endlich mit dem Kita-Platz geklappt hat. „Mit den Containern habe ich gar kein Problem. Sie sind warm, hell und freundlich eingerichtet. Ich habe das Gefühl, mein Kind wird hier gut umsorgt, allein das zählt für mich.“ Dem stimmt die Caputher Mutti, die ihren Knirps gerade abholt, uneingeschränkt zu. „Mehr als ein Jahr haben wir auf den Platz gewartet. Die Entscheidung der Gemeinde für die Container war die schnellste Lösung, und sie ist für meine Familie in Ordnung, wir haben daran nichts auszusetzen.“

Auch wenn noch nicht alle 18 Container, Gruppen- und Sanitärräume für zusätzlich 40 Kinder komplett eingerichtet sind, die ersten neuen Schützlinge konnten bereits aufgenommen werden. „Bisher betreute die Kita 67 Kinder, künftig werden es 110 sein, wenn das Landesjugendamt nach dem morgigen Besuch vor Ort die notwendige Erlaubnis erteilt“, sagt Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) der MAZ. Die einstige Erntekrippe in Ferch wird nun zum dritten Mal erweitert. Annähernd 200 000 Euro muss die Gemeinde dafür aufbringen. Ein Anbau mit einem Gruppen-und einem Bewegungsraum war 2004 fertig geworden. „Die Container werden bestimmt zwei Jahre gebraucht, bis dann eine neue Kita entsteht. Ich finde es oben in den Containern aber wie in einem Baumhaus“, sagt Büchler. „Ich poche nicht auf einen Neubau, auf den Anbau wollen wir nicht verzichten. Wichtig ist, das unser Haus funktionell eingerichtet ist und die Kinder ausreichend Platz haben. Das ist ihr Wunsch, ihre Malerei in einem Zeichenwettbewerb lässt keinen Zweifel daran.“ Mit der wachsenden Kinderzahl werden mehr Erzieher gebraucht, statt bisher sechs kümmern sich nun 12 Mitarbeiter um die Lütten zwischen neun Monate und sechs Jahre. Damit gibt es in der eigenen Kita-Küche künftig noch mehr zu tun, damit alle gut satt werden. Für die Ausgestaltung der neuen Räume war Büchler am Sonnabend auf Tour, um Teppiche zu kaufen. „Sie sind nötig, weil die Container-Räume hellhöriger sind.“ Die Leiterin lobt die Zusammenarbeit mit der Gemeinde, den Eltern und dem Förderverein und den Einsatz ihrer Erzieher. „Weil alle an einem Strang ziehen, haben wir den Ausbau bisher so gut gepackt.“