|
Prima Klima in Schwielowsee |
|
|
|
|
Montag, den 05. Oktober 2009 um 17:30 Uhr |
Deutscher Wetterdienst befürwortet Prädikat als anerkannter Erholungsortaus MAZ vom 05.10.2009 von Heinz Helwig
SCHWIELOWSEE - Die Luft ist rein am Schwielowsee, sagt der Deutsche Wetterdienst in Potsdam. In seinem Gutachten befürwortet er aus klimatischer und bioklimatischer Sicht den Antrag der Gemeinde Schwielowsee auf Anerkennung als Erholungsort für Caputh und Ferch ohne Einschränkungen. Aber auch für Geltow schätzen die Wetterforscher ein, dass im weitaus größten Teil des Ortes einschließlich seiner touristischen Anziehungspunkte die Luftqualität für einen Erholungsort gegeben ist.
Das Restrisiko für Schwielowsee bleibt allerdings die Bundesstraße 1 durch Geltow. An den unmittelbar angrenzenden Bereichen der vielbefahrenen Straße können die Abgase der Autos zeitweise für Kur-und Erholungsorte kritische Werte erreichen oder Grenzwerte sogar überschreiten, heißt es in dem Gutachten. Allerdings hätten hohe Luftverunreinigungen nur eine kurze Reichweite und nähmen abseits der Straße schnell ab. Außerdem sei Geltows Ortsdurchfahrt ohnehin touristisch uninteressant und nur ein geringer Teil des Gemeindegebietes.
Das Gutachten des Deutschen Wetterdienstes gehört ebenso zu den Pflichtunterlagen für den Antrag auf das Prädikat, wie Schwielowsees Erholungsort-Entwicklungskonzeption. Mit ihr befasste sich der Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung, um den touristischen Leitfaden der Gemeindevertretung zum Beschluss am 14. Oktober vorschlagen zu können.
Auch wenn Ausschussmitglied Roland Büchner nach wie vor die Eile des Antrags nicht versteht, gestand er jedoch ein, dass Diplombetriebswirt Matthias Wedepohl eine fundierte Arbeit vorgelegt hat. Büchner ärgert aber, dass der Großteil der touristischen Anbieter in Schwielowsee, die sich nicht dem Fremdenverkehrsverein angeschlossen haben, von dessen Konzeption profitieren wird. Man hätte erst möglichst alle Hotels, Pensionen und Restaurants in den Verein holen sollen, bevor man sich um das Prädikat bemüht, meint Büchner. Auch die Aufstellung zweier öffentlicher Toiletten sei eine Fehlinvestition. Statt dessen sollte lieber mit den Gastwirten vereinbart werden, dass Touristen deren WCs auch ohne Bestellzwang, aber gegen eine Gebühr benutzen können. Schließlich verdienten die Gaststätten am Tourismus, argumentiert Büchner.
Nach dem mehrheitlichen Beschluss der Gemeindevertretung will Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) die Antragsunterlagen am nächsten Tag dem Landesfachbeirat übersenden. Dieser würde sich Anfang Dezember mit dem Antrag beschäftigen, sagt Hoppe. Nach nochmaligem Rundgang des Beirates durch Schwielowsee im Frühjahr 2010 könnte der Gemeinde dann im Sommer das Prädikat „Anerkannter Erholungsort“ verliehen werden. |
|
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 05. Oktober 2009 um 17:32 Uhr |